Fes

Einmal Marocco ohne Bus sondern ganz klassisch per Billigflug ;), Bahn und Taxi. Wir besuchen Freunde in Fes und hängen noch ein paar Tage Urlaub an! Fahren von dort aus nach Marrakech und später nach Essaouira weiter. Januar kann man Fes gut besuchen, abends und morgens ist es zwar ziemlich kühl aber im Vergleich zu den Temperaturen daheim – frühlingshaft. Wir wohnen hier für 6 Nächte, genau wie bei unserem letzten Besuch im Mai, im Haus von Michela und Mohammed – mitten in der Medina. (Link). Wir sind sehr glücklich dem Winter entflohen zu sein und da es unser 2. Besuch in Fes  ist, fühlt sich die Stadt selbst auch schon ein bisschen nach Freund an: „smile, you are in Fes“, smile- denn es ist 20grad:). 


Markt

Der Markt für Obst, Gemüse, Gewürze etc. befindet sich links vom Bab Boujloud oberhalb einer der touristischen Haupteinkaufsstraßen, Talaa Shgira, an einem der vielen Eingänge in die Medina. Er ist bis auf Freitags täglich von morgens bis 18 Uhr geöffnet. Geht man also durch das Tor Bab Boujloud und nimmt die erste Straße links kommt man oberhalb der Talaa Kbira zu den Gemüse- und Gewürzständen. Alles ist frisch und man kann wirklich sehr günstig einkaufen. Die Straße abwärts führt an vielen Fleischständen vorbei in die Souks. Empfindliche Vegetarier, wie ich einer bin, tun sich selbst einen Gefallen damit statt links und rechts öfter mal geradeaus auf den Boden zu schauen. Mitten zwischen den  Metzgereien befindet sich auf der linken Seite der Straße der Eingang zum „Café Clock“, welches man in jedem Fall einmal besuchen sollte. Frühstück bis 12 Uhr für 40 Dirham. Veggiefreundlich. Sonntags abends Livemusik, schöne Dachterrasse und guter Kaffee (nussnuss kebira, was auf arabisch wohl soviel heißt wie halb halb Milch/Kaffee).

Getting lost in den Souks von Fes

Wenn man sich rechts oder links von den beiden „Hauptstraßen“ Talaa Kbira oder Talaa Shgira weg bewegt fühl man sich relativ schnell verloren in diesem unvorstellbaren Gewirr an kleinen Wegen die sich teilweise unter und zwischen den hohen Häusern hin und her winden. Ab und zu steht man plötzlich in einer Sackgasse und muss wieder zurück. Manchmal wird man vorher von irgendwem darauf angesprochen „this road is closed“, was aber nicht immer der Wahrheit entspricht. Am besten selbst austesten und keine Angst, irgendwie findet man immer wieder aus dem Gewirr heraus. Am treiben und merkt sich auffällige Punkte oder Shops. Abseits der sehr lebhaften Hauptschlagadern der Medina findet man dann auch sehr kleine Werkstätten oder Manufakturen aller möglichen Handwerke. Man kann sehen wie  Teppiche und Decken gewebt werden, Tischlern und Malern bei der Arbeit zuschauen und in kleinen engen Gassen spinnen Männer die Seidenfäden für all die Stickereien die man z.B. auf Dschellabas findet. Unter den Handwerkern haben wir überall freundliche Menschen getroffen, die sich freuten, ihre Arbeit unterbrachen um uns ihr Handwerk zu erklären und ihre Werkstatt zu zeigen. Und das ohne die Erwartung zu haben unbedingt etwas verkaufen zu müssen wie es an den Hauptwegen meistens der Fall ist. Wenn man die Waren beim Hersteller kauft ist neben dem eigenen Gefühl um die Qualität natürlich auch der Preis besser weil die Händler in den oberen Souvenierläden noch ihre Kommision draufschlagen müssen.

Im Vergleich zu Marrakech ist Fes von der Händlermentalität angenehmer. Unsere Freunde betreiben einen kleinen Laden im „henna souk“, in dieser Gegend findet man erstaunliches zur Körperpflege zB. Rinde von Walnussbäumen die kurz gekaut und dann mit den Fingern an den Zähnen entlang gerieben wird, zwecks „bleaching“…nicht lecker aber unglaublich wirkungsvoll!

Was manchmal beim Schlendern durch die Souks wirklich nervt sind die andauernden Hinweise von irgendwelchen Menschen die einem den Weg zu den Tanneries (Gerbereien) weisen wollen. Es scheint zeitweise so als wäre die „Tannerie“ das einzig  imaginierte Touristenuniversum eines jeden Marrokaners;) Einfach dankend ablehnen dann wird man meistens wieder in Ruhe gelassen. Und ab und an daran denken das die „fessis“ die kurzen Gespräche auch dazu nutzen ihre Fremdsprachenkenntnisse aufzubessern, dann kann man auch das 100. hey! Mr. Look! The tannerie?…mit einem Lächeln nehmen. Sollte man sich zu einem Besuch dieser Touristenattraktion entscheiden, in jedem Fall dankend die Pfefferminze annehmen und unter die Nase halten. 

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